Monday-Talk: Mister Ich-hab-nichts-zu-erzählen.

Ich bin gefrustet, verärgert, verletzt. Ja, am meisten bin ich wohl wirklich verletzt. Denn mein letztes Match hatte es mir echt angetan. Ein wirklich toller Typ, über den ich da gestolpert war. Nur sah er das wohl nicht ganz genau so. Nach unserem zweiten Date schrieb er mir, dass er parallel noch ein anderes Mädel gedatet hatte und mit ihr nun gern rausfinden möchte, wohin es führen kann. Herzlichen Glückwunsch. Das hat gesessen und mich kurzweilig ganz gut aus der Bahn geworfen. Immerhin hatte der Typ mich mehrere Wochen in seinen Bann gezogen. Aber was will man machen?

Meine Konsequenz dessen lautete: Ich mach das jetzt auch so. Ich date auch einfach mehrere Typen und spiele eine Runde Bachelorette. Verteil ich eben mal die Rosen statt mich in die Schlangen der Typen einzureihen. Gesagt, getan.

Begonnen wurde meine Rosen-Reihe mit Daniel, dem Fäkal-Charmeur. Wie diese Story endete, werdet wohl auch ihr nicht so schnell vergessen können. Auf ihn folgte nun Clemens. Statt ausgiebiger Schreiborgien einigten wir uns ruckzuck auf ein Date. Ganz nach meinem Geschmack. Zu viel Schreiben wird ja auch schnell langweilig. Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: spannender sollte ein Date mit Clemens auch nicht werden.

Verabredet am U-Bahnhof fanden wir uns nach Feierabend recht zügig an folgendem. Und direkt war es komisch. Denn wie solch eine fluxe Verabredung immer ist – Der Moment des suchenden Blickes trägt immer etwas Sorge in sich. Würde er wohl so aussehen wie auf seinem Profilbild? Würde ich immer noch das Potential in ihm sehen, ihn wohlmöglich toll finden zu können? Werden wir uns sympathisch sein? Bei Clemens stockte mein Blick kurzerhand. Nicht, dass er wirklich anders als auf seinem Bild aussah, aber meine Erwartungshaltung war eine andere gewesen. Ihm schien es ähnlich zu ergehen und so übermannte uns zunächst beide eine kurzweilige Perplexität.

Aufgetaut aus unserer Verwirrung begrüßten wir uns noch einmal stotterfrei und begaben uns auf die Suche nach einer Bar. Was uns beiden augenscheinlich schon zu diesem Zeitpunkt klar war: Die Liebe unseres Lebens wird dieser Abend nicht nach sich ziehen. Muss sie meiner Meinung nach auch nicht, nur gab es bei Clemens auch sonst keinen Aha-Effekt in den nächsten 2 Stunden. Der Typ hatte einfach NICHTS zu erzählen. Ein paar klägliche Fetzen Politik {sein Fachgebiet} konnte ich ihm mühsam entlocken, sonst spielte ich primär den Alleinunterhalter. Was unglaublich anstrengend war, denn egal, was ich Clemens zu fragen versuchte, er gab stets nur sehr einsilbige Antworten und schien nicht in der Lage, sich für auch nur irgendein Thema erwärmen zu lassen. Irgendwann ließ ich den Gesprächskühlschrank dann stehen. Meine Raufasertapete ist wirklich unterhaltsamer.

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2 Kommentare

  1. dolle Fabrik – wie mein Seliger zu zitieren pflegte – wenn der Überraschungsmoment einerseits ein unerwartet hohes Potential an Langeweile auslöst – ein rigoroses *no go* …
    andererseits mit einem im Redeschwall überflutetem *non stop* gesegnetes Gegenüber – da stellt sich gleich eine grob gerichtete Frage – wer ist der Täter und wer das Opfer 😀
    lieb grüß und hab noch einen schönen Tag
    die zuzaly 🙂

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