Der große Wandel durch Big Data im Sport

Selten gab es größere Einflüsse auf die Sportwelt als in den vergangenen Jahren. Die Rede ist dabei nicht von den Milliarden, die den Fußball zunehmend zu einer Marketingmaschinerie machen. Vielmehr geht es um eine Datenrevolution, die immer mehr auf offene Ohren bei Vereinen und Verantwortlichen stößt. Wie Big Data den großen Wandel im Sport anstößt und wer dabei auf welche Eigenschaften setzt, gibt es hier zu erfahren.

Big Data klärt sämtliche Fragen, die niemand stellte

 

Quelle: AI via Twitter

Wer auf Big Data im Sport blickt, erkennt vor allem vier Gruppen, die sich sehr über dessen Nutzung freuen. Da sind auf der einen Seite die Vereine beziehungsweise Franchises, die sich bei der Einschätzung von Spielern auf analytische Daten stürzen, die einen näheren Einblick auf einen Athleten gewähren, ohne diesen täglich vor dem eigenen Auge zu haben. Die zweite Gruppe sind Journalisten, die erweiterte Statistiken erstklassig in Beiträge einbinden können. Waren es zuvor noch kleine Blogger-Gruppen, welche die Unterstützung solcher Daten befürworteten, sind die großen Medienplattformen längst aufmerksam geworden. Als drittes lassen sich die Fans anführen. Auch sie können ihre eigenen Spieler deutlich besser einschätzen, seitdem es mehr Statistiken als nur Torschüsse in öffentlichen Datenbanken gibt.

Die vierte Gruppe sind schließlich all jene, die mit dem Sport abseits der eigentlichen Aktivität Geld verdienen. Hier seien etwa Buchmacher genannt, die sich diese Technologie bei der Berechnung von Wettquoten zu Nutze machen. Dabei liegt das größte Interesse der involvierten Anbieter darin, das Risiko für das Unternehmen zu minimieren, indem der Hausvorteil stets im Fokus steht. Das Analysieren der Daten, die sich nur wenige andere so intensiv anschauen, ermöglicht es, Trends schon im Voraus zu erkennen und auf deren Basis eine möglichst präzise Einschätzung zu treffen. Beispielsweise ist es der Fall, wenn sich ein Spieler in einem persönlichen Tief befindet und dabei etwa seine Kollegen mitzieht. Vor allem in Sportarten wie Eishockey oder Baseball ist diese Analyse detailliert möglich und wird von den entsprechenden Verantwortlichen genau so praktiziert.

Risiken bestehen vor allem für Spieler

 

Quelle: MLB & NHL News Now via Twitter

Wenn es für einen Spieler in der Vergangenheit noch ausreichte, auf Tore und Vorlagen zu verweisen, hat sich dies mittlerweile verändert. Im Fußball fällt der Blick auf Passgenauigkeit in bestimmten Zonen des Spielfelds, überspielte Gegner und Verteidiger, sowie die Anzahl der Sprints pro Partie. Im Eishockey veröffentlichte die nordamerikanische Profiliga NHL zuletzt eine Mitteilung, laut der es schon ab dem Stanley Cup Finale 2019 möglich sein könnte, umfangreiches Spieler-Tracking anzubieten. Auch wenn der Fokus laut Commissioner Gary Bettman in erster Linie auf den übertragenden Sendern liegt, welche die Daten live benutzen könnten, regt sich Widerstand vor allem von Spielerseite.

Diese fühlen sich zunehmend überwacht, da nicht jeder die Euphorie hinsichtlich der zunehmenden Datensammlung teilt. Einerseits besteht das Problem des „gläsernen Sportlers“, andererseits könnten sich die noch präziseren Daten negativ auf Vertragsverhandlungen auswirken. Erkennt etwa ein Klub, dass sich eine wiederkehrende Schwäche in den Stil des Akteurs eingeschlichen hat, wird das Gehalt entsprechend geringer ausfallen. Auf der positiven Seite könnten sich Verletzungen eventuell schneller abzeichnen und verhindert werden. Zu guter Letzt sei noch ein weiteres Risiko erwähnt, das Big Data mit sich bringt. Hierbei geht es vor allem um Datendiebstahl oder -Manipulation, die zu Problemen für Klubs und Spieler führen können.

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