Monday-Talk: Der Hunderfünfzigprozent-Typ.

Wusch – ein Match mit Olaf. Und keine Sorge: Der heißt nicht wirklich so. Aber ein bisschen witzig wäre es schon. Ich habe eine Bekannte, deren erster Gedanke nach einer neue Begegnung mit einem Typen es ist, sich zu überlegen, wie wohl ihre Namen auf einer Hochzeitseinladung klingen würden. In meinem Falle wäre das jetzt schon eher semi-fabelhaft: Franziska und Olaf laden zum festlichen Kaffeetrinken nach der Trauung ein. Nääät. Das klingt doch nicht. Hier würde ich meiner Bekannten mehr als beipflichten. Aber was will man am Ende machen? Dating nach Namen? Ich glaube, so wählerisch dürfen wir wirklich nicht sein. Aber zurück zu Olaf. Der ja zum Glück in echt einen ganz gesellschaftsfähigen Namen verliehen bekam.

Wir schrieben, verabredeten und dateten uns. Ziemlich unkompliziert und sogar mit Charme, denn statt dem üblichen Kaffee, trafen wir uns zum Kuchenbacken. Natürlich, nachdem wir zuvor gemeinsam zu Abend gegessen hatten, denn so schnell kommt dann auch wirklich kein Typ in meine Küche. Aber Olaf war mir sympathisch und empfand ich es nach unserem Essen keineswegs als falsch, ihn zum Kuchenbacken mit zu mir zu nehmen. Und ja, mir ist bewusst, dass euch vermutlich schon jetzt die dummen Kommentare nur so auf den Lippen brennen. Und ja: Es wurde nicht nur der Teig mit Liebe zubereitet, auch in meinem Bett wurde nach dem Kuchen noch ein wenig genascht. Es war ungezwungen, entspannt und ich fühlte mich wohl mit Olaf.

Gemeinhin heißt es, dass Sex beim ersten Date eher kein guter Start für mehr ist. Diese Weisheit kam mir in diesem Falle ganz recht, denn zwar mochte ich Olaf, jedoch sah ich in dieser Begegnung weniger eine überdauerndere Konstellation. Friends with Benefits, das wäre wohl eine Überlegung. So verabschiedete sich mein Kuchenbäcker später und ich wartete der Dinge, die da hoffentlich unkompliziert bleiben mögen.

Zunächst war es auch so. Wenngleich sich Olaf direkt am nächsten Tag meldete, schien alles locker zwischen uns zu sein. Daher sah ich auch keine Schwierigkeit darin, uns locker auf ein zweites Date zu verabreden. Oder sollte ich es lieber lassen? Zweifel plagten meinen Kopf, jedoch wäre Sex beim nächsten Date sowieso keine Option, da mich kurzerhand eine fiese Grippe heimsuchte. Vermutlich ein Zeichen. Daher trafen wir uns nur auf einen Tee und verständigten uns auch darauf, es freundschaftlich zu belassen. Oder vielleicht besser komplett? Hätte ich diesen Gedanken mal besser ausgesprochen. Denn es kostete mich später etliche Nachrichten, um Olaf meine Empfindungen zu dieser Thematik zu erläutern. Und noch immer schreibt er mir. Hunderfünfzigprozent machen leider nicht mehr ganz so sexy.

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