Restaurant “Jungbluth“ – Das ist gehobene Küche mit Raffinesse und Leidenschaft

Die beiden Köche Felix Leisegang und Andre Sawahn betreiben ihr Restaurant “Jungbluth“ in Berlin Steglitz. Aus diesem Bezirk haben wir noch nicht berichtet und das wird Zeit. Den die beiden Köche sind im Bib Gourmand von Michelin gelistet und ausgezeichnet, das ist der kleine Bruder vom Guide Michelin. Mit dem Bib Gourmand zeichnet Michelin Restaurants aus, die es ermöglichen, zu einem günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis zu speisen und die eine gute und zu meist auch regional geprägte Küche anbieten. Also Restaurants, die auch kulinarische Genüsse für ein kleineres Budget anbieten. Außerdem bieten diese Restaurants ein komplettes Menü an, verwenden gute Produkte und die Gerichte werden schön zur Geltung gebracht. Das Restaurant “Jungbluth“ befindet sich in der Lepsius Straße 63, 12163 Berlin.

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Das Restaurant erwartet einem mit Leuchtschrift über dem Eingang. Im Restaurant selbst ist die Einrichtung recht schlicht, aber gemütlich und warm. Das Restaurant teilt sich auf in zwei Haupträume, wobei es noch einen dritten separaten Raum gibt. Im Außenbereich gibt es eine Terrasse mit Sitzplätzen für die sommerlichen Tage in Berlin. Geöffnet ist das Restaurant Dienstag – Freitag von 12:00 – 15:00h und von 17:00 – 0:00h, Samstag – Sonntag von 12:00 – 0:00 h.

Beide Köche lernten sich kennen, beim Sterne gekrönten Ehepaar Sonja und Peter Frühsammer im “Frühsammer Restaurant“ in Grunewald, eine ihrer beruflichen Stationen. Hier im Jungbluth haben sie sich den Traum vom eigenen Restaurant verwirklicht.

Das “Jungbluth“ bietet neben einer überschaubaren festen Karte auch einen Mittagslunch an. Das 2-Gänge-Mittagsmenü gibt es für 13,50 € incl. Kaffee von Dienstag bis Freitag in der Zeit von 12:00 – 15:00h.

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Ich traf mich mit einem der Inhaber Felix Leisegang zu einem Gespräch und wollte mehr über sein Restaurant und das Speisenangebot des “Jungbluth“ wissen.

Wie entstand die Idee zum Restaurant “Jungbluth“ ?

Felix Leisegang: Die Idee entstand auf einer Thailandreise, abends am Meer bei einem Glas Wein. Der Andre arbeitete zu dieser Zeit noch im “Volt“ und ich studierte noch Betriebswirt und Hotelfachschule. Als wir diese Lokation gefunden hatten, in der vorher eine französische Brasserie untergebracht war, mussten wir erst mal ordentlich renovieren und konnten dann mit dem “Jungbluth“ durchstarten. Mittlerweile sind wir hier seit 5 Jahren und verwöhnen die Gäste mit unseren Gerichten.

In welche Richtung geht Eure Küche ?

Felix Leisegang: Wir bezeichnen diese als neue deutsche kreative Küche. Außerdem mehr saisonal als regional, also wir benutzen auch Produkte, die nicht aus der Region kommen, wie z.B. Pfeffer. Aber wir kochen eben auch regional wie den Zander oder Wild, also es ist eine gute Mischung aus saisonalen und regionalen Produkten. Wir haben in unseren Gerichten aber auch asiatische Aromen und legen einen großen Stellenwert auf Gemüse.

Wie ist Eure Speisekarte aufgebaut, an welches Konzept haltet Ihr Euch ?

Felix Leisegang: Wir haben eine Suppe, eine hochpreisigere Vorspeise und ein Salat auf der Karte. Als Hauptgericht immer zwei Fisch- und Fleischgerichte und wir bieten zwei Desserts an. Außerdem bieten wir Käse von Fritz Blomeyer an. Die Karte wechselt alle 1 bis 1½ Wochen. Wobei nicht die komplette Karte ausgetauscht wird. Wir kaufen immer das ein, was der Markt frisch hergibt, das ist unser Prinzip.

Bietet Ihr auch Spezialmenüs an oder macht Sonderveranstaltungen hier im Haus ?

Felix Leisegang: Wir arbeiten z. B. ab und zu mit der Weingalerie PORTugal zusammen und veranstalten einen Winzerabend. Der findet diesen Samstag statt, dazu machen wir ein spezielles Weinmenü. Auch zur Weihnachtszeit bieten wir ein entsprechendes Menü an. Den Winzerabend veranstalten wir ca. 5-6 Mal im Jahr.

Wie sieht Eure Weinkarte aus ?

Felix Leisegang: Überwiegend werden von uns deutsche Weine angeboten, aber wir haben auch Franzosen, Spanier und Portugiesen auf der Karte. Wir haben gut trinkbare Weine, die nicht so hochpreisig sind. Außerdem haben wir eine Raritätenweinkarte, wo man große Gewächse darauf findet und wir arbeiten derzeit an einer Rieslingkarte.

Habt Ihr an der diesjährigen Food Week teilgenommen ?

Felix Leisegang: Ja, schon zum dritten oder sogar vierten Mal. Dieses Jahr war das Motto der Food Week die “Pilzparade“ und wir haben unseren Beitrag dazu geleistet.

Woher kommt Eure Inspiration für die neuen Gerichte ?

Felix Leisegang: Das ist eine gute Frage, den mittlerweile hat sich bei uns ein eigener Küchenstil etabliert, da wir ja schon 5 Jahre dabei sind. Wir lesen also nicht haufenweise Kochbücher, aber schauen uns natürlich um, in erster Linie was ist gerade auf dem Markt verfügbar und was hat gerade Saison. Diese Produkte werden bestellt und dann überlegen wir uns dazu die kompletten Gerichte, also das saisonale Produkt steht im Mittelpunkt. Manchmal kannst du dir auch zusätzliche Inspiration aus dem Internet holen und alles in Summe macht dann ein neues Gericht aus. Wir probieren viel neue Sachen aus und kreieren selbst viel außergewöhnliche Speisen hier im Jungbluth.

Welchen Sport betreibt Ihr beide um den Stress, den die Gastronomie mit sich bringt, wieder abzubauen ?

Felix Leisegang: Ich bin bei meinem Bruder im Studio aktiv, der ist Personaltrainer und da arbeite ich meistens mit diesen Kettlebells, das sind Kugelhanteln. Andre geht ins Fitnessstudio und schwimmen. Ich gehe auch zusätzlich sehr gerne in die Sauna.

Wo könntet Ihr Euch vorstellen, noch mal ein Restaurant zu eröffnen ?

Felix Leisegang: Wie du weist, haben wir gerade vor vier Monaten ein neues Restaurant eröffnet, das “Vollbluth“ in der Welserstraße, wir nennen es die schnelle Schüssel. Darauf sind wir noch total fokussiert und haben damit ja schon ein weiteres Projekt. Wir sind derzeit ausgelastet mit beiden Restaurants und denken derzeit erst mal an kein weiteres.

Nach dem Gespräch konnte ich mich selbst von einigen der Speisen überzeugen. Es gab den Steinbutt mit gebackenem Reis, Kaiserschoten und asiatischen Aromen. Als Hauptgang folgte zweierlei von der Maispoularde mit Teltower Rübchen, gerauchter Steckrübe und Grünkern mit Quitte. Außerdem der Schaufelbraten vom US-Beef mit Weinkraut, Schupfnudeln, Haselnusspesto und Spinat.

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Die Vorspeise war ein Genuss mit einem zarten und auf den Punkt gebratenen Steinbutt mit ebenso zartem Pak Choi Gemüse. Der gebackene Reis war auch eine gute und passende Beilage zum Gericht. Die Maispoularde war der Hit, so wunderbar zart in beiden Variationen, mit einem aromatischen Schaumbett und perfekten Röstaromen von der knusprigen Haut. Die gerauchten Rübchen ein Genuss in Kombination mit Grünkern und fruchtiger Quitte.

Der Schaufelbraten war ebenfalls zart und harmonierte perfekt zum Haselnuss Pesto. Der Spinat gab Frische und das Weinkraut durch den Rahm nicht zu sauer, passte stimmig zur Gesamtkombination.

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Als Dessert erwartete mich das Creme Brulee mit Cranberrys, Salzkaramell und Sorbet vom grünen Apfel oder Eiscreme von der Tonkabohne.

Die Eiscreme war sehr gut, das Sorbet unheimlich erfrischend und aromatisch. Besonders haben mir die Cranberrys gefallen, von denen ich sonst kein großer Freund bin, aber hier passten sie perfekt dazu. Die Creme Brulee harmonierte geschmacklich gut zum Eis und gab dem Ganzen dezente Süße.

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Fazit: Hier sind die Köche mit Leidenschaft bei der Sache und zaubern für einen fairen Preis gehobene Gerichte auf den Tisch. Der Gast wird von einem engagierten Team bedient und fühlt sich gut aufgehoben in einer lockeren Atmosphäre.

Aktuelle Karte:

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Ich bedanke mich bei dem sympathischen Inhaber Felix Leisegang für das freundliche Gespräch und die nette Führung durch sein Restaurant. Weiterhin wünsche ich ihm, seinem Partner und dem ganzen Team viel Erfolg mit dem Restaurant “Jungbluth“.

Bis bald Euer

Joe

Route:

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http://jungbluth-restaurant.de

http://vollbluth.de

http://www.gourmetglobe.de/images/stories/restaurants/michelin/Bib-Gourmand-Deutschland-2018.pdf

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