Havanna – die derzeit wohl interessanteste Stadt, kurz vor dem Aufbruch (Teil 1)

Hallo,

eine der derzeit interessantesten Städte unserer Zeit, wenn nicht die interessanteste Stadt überhaupt, ist, Havanna auf der Insel von Kuba. Nach den ersten Lockerungen des sozialistischen Staates um Raul Castro, spürt man in dieser Stadt so etwas wie Aufbruchsstimmung, zumindest in den touristischen Gebieten der Altstadt von Havanna und den damit verbundenen Geschäften, damit man an die begehrten Devisen kommt.

Lebensfreude und Zufriedenheit spürt man trotzdem bei fast allen Menschen, wenn auch noch bei vielen eine gewisse Unsicherheit mit der neuen Situation zu spüren ist. Die Armut in den Nebenstraßen, schon angefangen in der Altstadt von Havanna ist unverkennbar. Bei meinem Besuch kam ich mir an einigen Stellen der Stadt vor, wie ein Zeitreisender. Es gibt Straßenzüge, die erinnern mich an die Nachkriegsjahre in Deutschland, nur dass hier die Häuser noch stehen, aber der Zustand ist denen teilweise wie damals ähnlich. Der Besuch dieser Stadt war für mich einer der beeindruckendsten seit Langem. Hier kann man derzeit so unterschiedliche Eindrücke sammeln und das auch noch auf engstem Raum, einfach herrlich.

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An mehreren Stellen sieht man das erste Aufkeimen von Kapitalismus, um an das Geld, hier in Form von CUC (kubanischer Peso), der Touristen zu kommen. Überall wird man auf die mögliche Fahrt in einem der Oldtimer angesprochen, speziell die Gebiete um das Kapitol und im Hafengebiet. Hierzu gibt es demnächst einen gesonderten Artikel von mir.

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Kuba hat derzeit zwei Währungen, den CUC und CUP. Was sind eigentlich diese CUC und CUP ? Der CUC ist die derzeitige Währung, ohne die bei Touristen nichts geht. Diese sollte man sich gleich am Flughafen tauschen, da CUP nur noch im Landesinneren oder unter Einheimischen genutzt wird. CUC ist der kubanische Peso “convertible“, also die offizielle internationale Währung in Kuba. Der Umtausch zum Euro ist derzeit 1:1,14

Der CUP hingegen hat einen Kurs von derzeit ca. 1:30,2 zum Euro. Den will aber keiner mehr von den Touristen haben. In Euro oder US Dollar kann man in Havanna nichts bezahlen. Also bitte mit CUC vor Ort versorgen.

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Wer die Altstadt von Havanna erkunden möchte, macht es am besten zu Fuß oder lässt sich durch die Stadt in einem der wirklich vielen und noch gut erhaltenen Oldtimer fahren, ein Erlebnis der besonderen Art. Das sollte man sich auf jeden Fall gönnen. Aber auch zu Fuß gibt es eine Menge zu erleben und zu entdecken. Das ist eigentlich die beste Methode, um alles ganz genau in der Altstadt zu entdecken, hier in Havanna.

Je nachdem wo man sein Quartier aufgeschlagen hat, ist alles rund um den Hafen und links vom Kapitol hin zum Meer interessant. Hier gibt es speziell Bars mit karibischem Flair, live Musik und Geschichte aus vergangener Kolonialzeit hautnah zu erleben und zu spüren.

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Kulinarisch gibt es hier auch schon einiges zu entdecken. Über diese Tests werde ich demnächst auf Joesrestandfood berichten.

Geht man durch die Gassen von Havanna, ist die kubanische Revolution noch überall gegenwärtig und das macht die Stadt so interessant. Kein großartiger aktueller westlicher Einfluss, die Zeit ist hier wirklich stehen geblieben. Das wird aber nicht mehr so lange anhalten, da das erste Luxushotel bereits eröffnet hat und zwei weitere sind derzeit im Bau, hin zum “Malecon“, der berühmten, legendären Uferpromenade von Havanna. Diese Uferpromenade sollte man auch gesehen haben. Das spanische Wort “Malecon“ bezeichnet eigentlich nur eine Ufermauer aus Stein.

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Zu der berühmten Uferpromenade Malecon gelangt man über die ehemalige Flaniermeile der Aristokraten dem “Paseo de Marti“, wenn man sich das Kapitol von Havanna angesehen hat. Dieses wird gerade renoviert und soll danach in 2018 wieder Sitz des kubanischen Parlamentes sein. Gleich neben dem Kapitol befindet sich das “Gran Teatro de la Habana – Alicia Alonso“. Es ist das Opernhaus von Havanna und beheimatet das Ballet Nacional de Cuba. Beide Gebäude sind ein Augenschmaus, auch gerade im Zusammenhang mit den vielen Oldtimern, die direkt vor dem Opernhaus stehen und zu einer Stadtrundfahrt einladen.

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Nun läuft man die Paseo de Marti weiter hinunter in Richtung Malecon und man kommt an einem Hotel vorbei, das vor Historie nur so strotzt. Das Hotel Sevilla empfängt heute die Gäste, wie zu Zeiten der großen Mafiosi mit angenehmer Kühle und kolonialer Ruhe im Foyer. Ein kleiner Brunnen im lichten Hof lädt zum Kaffee oder Mojito ein, wenn die Salsa Band live spielt, die großen Ventilatoren an der Decke ihre Kreise ziehen, dann ist man wieder zeitversetzt oder einfach nur in Havanna, klasse.

Al Capone verkehrte in diesem Hotel und mietete gleich ein ganzes Stockwerk. S/W-Bilder zeugen im Foyer von den bekannten Gästen, zu denen auch Ernest Hemingway gehörte, dessen Stammbar nur ein paar Straßen weiter zu finden ist, das “Sloppy Joes“. Man sieht hier an den Wänden auch Bilder von Castro und der Revolution, die sich auch hier abspielte. Heute ist das Hotel eine Weltkulturerbestätte mit seiner maurischen Architektur. Auch dieses Hotel ist ein Muss für jeden Havannabesuch.

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Nach dem Stopp geht es nun weiter auf der Paseo de Marti in Richtung Malecon, hier wird man feststellen, dass das Mittelstück der einstigen Flaniermeile von Künstlern genutzt wird, um ihre Werke den Touristen anzubieten. Die Paseo de Marti ist die erste Straße, die außerhalb der alten Stadtmauern angelegt wurde. Diese Straße ist sehenswert und hat auch viele interessante Häuser rechts und links des Mittelstreifens zu bieten.

Weiter auf dem Malecon in Richtung Hafen hinunter erreicht man irgendwann eine Bar, die den Namen “Dos Hermanos“ trägt. Hier sollte man einen Stopp einlegen und zur live spielenden Salsa Band einen Mojito trinken, es lohnt sich. Die Stimmung ist klasse und hier erlebt man wieder das Flair von Havanna. Bekannt ist die Bar unter anderem durch Besucher wie Marlon Brando, Errol Flynn und wieder Ernest Hemingway. Eröffnet wurde die Bar im Jahre 1894, ein absolutes Muss.

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Im Inneren der Altstadt sollte man sich nicht die Bar “Cafe Paris“ entgehen lassen, wenn eine der Bands live spielt und die Stimmung unter Gästen zum Tanz aufruft und man einfach nur mittanzen kann. Das ist Kuba, das ist Havanna, einzigartig gut mit seinen coolen Typen und der ansteckenden Lebensfreude.

Fazit: Wer Havanna erleben möchte, sollte die Altstadt auf jeden Fall zu Fuß erkunden und sich dann eine Fahrt in einem der Oldtimer gönnen, um auch die Sehenswürdigkeiten außerhalb der Altstadt kennenzulernen. Es lohnt sich derzeit, denn die Stadt steht kurz vor dem Umbruch. Niemand weis zu lange es noch dieses Flair in Havanna geben wird, hoffentlich bleibt dieses noch lange erhalten bis McDonalds & Co einrücken und die Illusion einer Zeitreise zerstören oder auch der stärker werdende Autoverkehr diese Idylle der Oldtimer in einer Großstadt hinweg fegt.

Bis bald Euer

Joe

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