Der Weg von eSport zum schnellstwachsenden Sport der Welt

Hallo aus Berlin,

Fußball, Handball, Eishockey, Basketball – Deutschland liebt seine Teamsportarten auf dem Feld, Eis oder Parkett. So überrascht es doch ein wenig, das die am schnellsten wachsende Sportart der Welt fast ohne Bewegung und an großen Tischen stattfindet. Natürlich, wir sprechen von eSport. Noch die davon gehört? Oder am Wundern, warum in aller Welt das der neueste Trend sein soll? Wir klären auf und blicken auf einige der größten Events rund um den Globus.

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Grundlegender Unterschied zu anderen großen Sportarten

Einerseits wird der elektronische Sport zwar ebenso als Sport bezeichnet wie alle anderen oben erwähnten oder gleichzeitigen Trendsportarten wie Fortbewegungskunst Parkour, doch es existiert ein grundlegender Unterschied, der deutlich tiefer geht als der Austragungsort der Veranstaltung. Während Fußball-Events, Platz vorausgesetzt, für jedermann durchzuführen sind, ist dies im eSport nicht der Fall. Die Spiele und Rechte gehören den jeweiligen Unternehmen, die das Spiel produzierten. Das führt dazu, das eben jene Unternehmen genau das mit ihrem Spiel tun können, was sie für richtig halten, ob dies der Ausschluss von Spielern oder der Verkauf von Streaming-Rechten ist. Der Popularität des eSports tut das keinerlei Abbruch, denn Spiele wie Dota 2, League of Legends oder Counter Strike ziehen die neugierigen Zuschauer sowohl in die Hallen als auch vor den Bildschirm. Fast 350 Millionen Zuschauer verfolgten die vergangene League of Legends-WM – fantastische Zahlen für einen noch so jungen Sport. Vor allem in Deutschland besteht viel Interesse an eSport-Inhalten, sodass Experten das Land als eines derjenigen mit dem höchsten Wachstumspotential in der Szene beurteilen. Schon jetzt finden einige große Turniere in Deutschland statt, die in der Welt des eSports von Bedeutung sind, etwa das Counter Strike-Turnier ESL One Cologne in Köln. Das Event umspannt mittlerweile drei Tage und findet im Juli in einer ausverkauften Lanxess-Arena statt. Der Preispool umfasst gar spektakuläre $1 Million. Diverse andere  weniger hoch dotierte Turniere werden ebenso in Deutschland ausgetragen zum Beispiel in Berlin (League of Legends/$100.000) oder Hamburg (Dota 2/$250.000). Der traditionell größte aller Wettbewerbe ist The International, jährlich in Seattle ausgetragen. Während ein Preispool von über $18 Millionen stetig für Aufmerksamkeit sorgt, ist das besondere eigentlich, dass der Hauptteil davon ($16,8 Mio.) von Fans weltweit zusammenkommt, also quasi per Crowd-Funding.

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Sponsoren aus allen Lebenslagen

Viele große Unternehmen der Welt haben eSport bereits für sich entdeckt, ganz egal ob als offiziell anerkannter Sport oder nicht. Die meist junge Zielgruppe ist für sie von hoher Attraktivität, sodass Turniere oder gleich ganze Teams von Weltunternehmen gesponsert werden. Ein bekanntes Team sind beispielsweise die „Ninjas in Pyjamas“ aus Schweden, die ihre Erfolge hauptsächlich in Counter Strike feierten. Als einer der größten Buchmacher weltweit unterstützt mittlerweile Betway ihre Geschicke und leistet damit, als auch mit vielen angebotenen eSport-Wetten, seinen Beitrag zum Bekanntheitsgrad der Sportart. Das in Australien gegründete „fnatic“-Team kann sich ebenso wie die Kollegen von „Evil Geniuses“ und „Elements“ über die Unterstützung eines bekannten Unternehmens freuen, da Energy Drink-Riese Monster Energy bei ihnen einstieg. Zudem sind sie auch der offizielle Partner der DreamHack, die als größte LAN-Party der Welt in die Geschichte einging. Mit der Bausparkasse Wüstenrot verlängerte unterdessen die ESL, und damit das führende eSport-Unternehmen der Welt, ihren Kooperationsvertrag. Im vergangenen Jahr trug man in Zusammenarbeit sowohl die Sommer- als auch die Wintermeisterschaft aus. Auf der gamescom wurde um insgesamt €50.000 gespielt, während Wüstenrot seine zentrale Position auch für weitere Marketing-Aktivitäten nutzte und beispielsweise Mietzuschüsse verloste.

Wenn es im Indoorsport so richtig zur Sache geht, sind auch Abteilungen der bekanntesten Fußballvereine der Welt mittlerweile Feuer und Flamme. Vor allem der FC Schalke 04 startete in Deutschland einen Trend, war schon früh nah am eSport dabei und verpflichtete die stärksten im Land verfügbaren Spieler. Auch der VfL Wolfsburg vetraut einigen Spielern aus der Autostadt im elektronischen Sport, wie es Manchester City, Paris SG oder Galatasaray Istanbul in ganz Europa tun. Diese Klubs haben durch die hohe Popularität des Fußballs noch einmal eine ganz andere Reichweite, als es Sponsoren jeder Art haben könnten.

Blick in die Zukunft

Durch das zunehmende Engagement all dieser Marken ist abzusehen, dass der eSport sobald nicht wieder von der Bildfläche verschwinden wird. Stattdessen steckt noch unglaublich viel nicht aufgedecktes Potential im Trend, dass nach und nach erschlossen werden wird. Hinsichtlich seiner Events und Preisgelder ist immerhin eines klar: eSport muss sich nicht mehr hinter den Etablierten verstecken.

Bild Quelle: ESL Play via Twitter

3 Kommentare

      1. Nun, mir geht es nicht darum, euch etwas zu „erlauben“ oder nicht. Vielmehr war InSideBerlin immer ein Ort für persönliche Tipps und Erfahrungsberichte, Anregungen und Veranstaltungshinweise — passt da die Werbung ins Bild? Schönen Abend noch! 💐

        Gefällt 1 Person

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