10 Gründe warum Hanfsamen in der heutigen Ernährung so wichtig sind – Beitrag von Steffi Dächsel/Wohlfühlkost

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Hanf kennt fast jede/r. Doch, dass die Pflanze zu den Heilpflanzen gehört und dass gerade die Hanfsamen regelrechte Kraftpakete sind, wissen die Wenigsten. Die Hanfsamen hatte ich bereits im Rahmen meiner Superfood-Monday Reihe etwas genauer vorgestellt. Heute möchte ich im Detail nochmals auf ihre Bedeutung in Bezug auf unsere heutige Ernährung eingehen.

Hanf ist eine der ältesten Nutz- bzw. Zierpflanzen der Welt und wurde bereits 3.000 v.Chr. in China kultiviert. Ab ca. 900 v. Chr. wurde er dann in Indien angebaut und erst 500 v. Chr. fand die Pflanze, die zur Familie der Hanfgewächse gehört, ihren Weg nach Europa. Dort wurde sie dann von den Griechen unter dem Namen Kannabis an die Römer abgegeben. Hanf kann vielseitig eingesetzt werden und findet seinen Nutzen in der Industrie (Kleidung, Schiffstaue, Papier), im Handwerk (Farben, Lacke) oder als Arznei- oder Rauschmittel.

Hanfsamen (auch Hanfnüsse bezeichnet) sind eigentlich Nussfrüchte, werden ca. 3-4 mm groß und enthalten keinerlei rauschwirksame Inhaltsstoffe. Seit ca. 20 Jahren finden sie vermehrt wieder Einzug in unseren Küchen. Sie gehören zu den hochwertigsten Ölfrüchten überhaupt und sind vollgestopft mit wichtigen Nähr-, Vital- und Mineralstoffen. Sie enthalten:

  • alle essentiellen Aminosäuren (sog. optimale Proteinquelle)
  • viele Antioxidantien
  • gute Mengen an Calcium, Kalium, Magnesium, Schwefel, Eisen, Zink sowie der Vitamine A, B, C, D und E

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Was können die kleinen Samen?

  1. fördern den Glanz unserer Haut, Haare und Augen
  2. fördern das Denkvermögen und die Konzentrationskraft
  3. spenden mentale Energie und Ausdauer
  4. reinigen die Blutgefäße
  5. sind wertvoll für die Immunabwehr und Schilddrüse
  6. schützen das Herz, das Gehirn und die Zellen vor freien Radikalen
  7. bekämpfen Entzündungen im Körper
  8. wirken positiv auf die gesunde Balance des Hormonhaushaltes
  9. unterstützen bei der Entgiftung des Organismus
  10. sättigen nachhaltig

Vor allem Sportler, körperlich aktive sowie ältere Menschen, Vegetarier/ Veganer, Schwangere und Stillende profitieren von den wertvollen Nährstoffen. Denn die hochwertigen Proteine sowie Vitamin B2 und E unterstützen auch beim Aufbau und der Aufrechterhaltung von Muskelmasse sowie bei der Regeneration. Als „Snacks“, direkt 30 Minuten vor oder nach dem Training, bieten sich aufgrund der Bekömmlichkeit vor allem Smoothies an.

Weitere Besonderheit an den kleinen Nüsschen ist, dass sie über ein optimales Fettsäure-Verhältnis verfügen. Das ist das Omega-6 zu Omega-3- Verhältnis, welches hier bei ca. 4:1 liegt, wie auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen wird.

Doch was heißt das nun genau?

In den letzten Jahren ist eine regelrechte Fetthysterie ausgebrochen. Viele meiden Fett wo es nur geht, greifen dann zu Light-Produkten oder meiden sie komplett. Aber jede Körperzelle von uns benötigt Fettsäuren zur Ausführung der verschiedenen Funktionen. Auch unser Gehirn ist auf gute Fette angewiesen. Hinzu kommt, dass viele Vitamine fettlöslich sind und nur mittels dieser genutzt werden können. Dennoch ist hier nicht die Quantität, sondern die Qualität entscheidend. Nur hochwertige Fette, die bewusst zugeführt werden, schützen unsere Zellen und liefern Energie.

Es gibt gesättigte und ungesättigte Fettsäuren. Und bei den ungesättigten unterscheidet man nochmals in einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Pauschal kann man sagen, je flüssiger ein Fett bei der Lagerung ist, desto höher ist der Anteil an wertvollen ungesättigten Fettsäuren. Dazu gehören alle Pflanzenöle wie z.B. Leinöl oder Olivenöl. Diese Öle sollten jedoch keine gefährlichen Transfette enthalten, nicht mit Chemikalien zugesetzt und auch nicht genverändert sein. Zu den einfach ungesättigten Fettsäuren zählen auch Avocados, Samen und Nüsse. Ungesättigte Fette wirken sich positiv auf unsere Körperfunktionen aus.

Gesättigte Fette sind vorrangig als Energielieferanten anzusehen und sollten nicht in Unmengen verzehrt werden. In den Medien werden diese Fette oft negativ dargestellt, da sie die Arterien verstopfen, den Cholesterinspiegel erhöhen oder das Herz schädigen. Sie stecken bspw. in fettem Fleisch, Wurst, Schokolade, Fertiglebensmittel, Schmalz, Käse, Butter oder Sahne. Aber auch gesättigte Fette benötigt unser Körper in Maßen, da sie das Immunsystem stärken und Infektionen abwehren. Ein gesundes Beispiel hierfür ist das Kokosöl.

Die mehrfach ungesättigten Fette kann unser Körper nicht selbst herstellen und müssen von außen zugeführt werden. Man nennt sie deshalb auch unentbehrlich bzw. „essentiell“. Unterteilt werden die mehrfach ungesättigten Fettsäuren nochmals in Omega-3- (Alpha-Linolensäure) und Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure). Beide Fettsäuren sind lebensnotwendig, doch immer im richtigen Verhältnis.

Jetzt ist es aber so, dass die Omega-6-Fettsäuren in unserer heutigen modernen Ernährung 15 -mal mehr enthalten sind, als Omega-3-Fettsäuren. Das empfohlene Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 liegt jedoch – wie oben bereits erwähnt – bei 4:1. Das heißt, Omega-3-Fettsäuren sollten im Verzehr erhöht und Omega-6-Fettsäuren unbedingt reduziert werden. Hinzu kommt, dass einige Pflanzenöle bspw. Soja-, Distel- oder Sonnenblumenöle (obwohl sie ungesättigt sind) im Verdacht stehen, dass sie Entzündungen verursachen oder bereits bestehende Entzündungen verschlimmern. Diese Öle haben einen sehr hohen Anteil an Omega-6-Fettsäuren, die bei übermäßigem Verzehr die Entzündungen auslösen könnten. Betroffene sollten diese Öle daher eher sparsam verwenden. Wichtige Quellen für Omega-3-Fettsäuren sind Hering, Makrele, Thunfisch, Lachs und Leinöl.

Das Hanföl bietet hier eine optimale Kombination aus einfach ungesättigten sowie mehrfach ungesättigten Fettsäuren und auch das Omega-6 zu Omega-3-Verhältnis ist mit 3,75:1 hervorragend. Es ist momentan eins der gesündesten Öle, die es auf dem Markt gibt. Selbst die WHO empfiehlt den Verzehr von Hanföl.

Wie kann ich Hanf in meinem Speiseplan integrieren?

Speisehanfprodukte gibt es mittlerweile unzählige. Ob als Samen (geschält, ungeschält oder geröstet), Öl, Mehl, Butter, etc. Die Auswahl ist vielseitig. Diese Produkte lassen sich recht vielseitig in der Küche verwenden. Ich nehme sehr gern die geschälten Hanfsamen für Smoothies, im Müsli, im Pesto, für Gebäck, pur oder einfach über den Salat gestreut. Sie haben ein tolles leichtes Nussaroma. Um sicher zu gehen, dass die wertvollen Fettsäuren erhalten wurde, sollte das Hanföl kalt und schonend gepresst sowie luftdicht abgefüllt worden sein und aus kontrolliert biologischen Anbau stammen. Es eignet sich sehr gut für Salate, Dips oder pur. Ca. 20 Gramm Hanföl täglich decken bereits unseren Tagesbedarf an essentiellen Fettsäuren. Zum Braten ist das Öl wiederum nicht geeignet.

Wusstet ihr, dass es in China eine Region namens Bama gibt, wo es besonders viele über Hundertjährige gibt und, dass diese Bewohner angeblich auch sehr viele Hanfsamen essen?

Gern möchte ich den heutigen Artikel mit einem Zitat von Sebastian Kneipp abschließen: „Wer nicht jeden Tag etwas Zeit für seine Gesundheit aufbringt, muss eines Tages sehr viel Zeit für die Krankheit opfern“.

In diesem Sinne, bleibt gesund, happy und in Balance

Eure Steffi

 

Ein Kommentar

  1. Hat dies auf Olet lucernam! rebloggt und kommentierte:
    Heute reblogge ich mal wieder einen Beitrag, um ihn nicht selbst schreiben zu müssen. Das Thema Hanf fand ich schon immer spannend. (Nicht, was ihr jetzt vielleicht denkt… 😉) Mittlerweile habe ich nun ausserdem wieder drei bis vier eigene Rezepte auf Lager. Bleibt neugierig!

    Gefällt 1 Person

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