Kinesio Tapes – Mehr als bunte Streifen?

Hallo aus Berlin,

die bunten Streifen am Körper sieht man mittlerweile nicht mehr nur bei Spitzensportlern, auch Hobbysportler greifen immer öfter zu Kinesiologie Tapes. Der Trend zum Tape begann mit Starkicker David Beckham. Als er sich vor Jahren nach seinem letzten Spiel für Real Madrid seines Trikots entkleidete, bestaunten die Zuschauer nicht nur sein schulterbreites Tattoo auf dem Rücken, sondern vielmehr ein paar pinkfarbene Pflasterstreifen, die seine Rückenschmerzen lindern sollten. Danach wollte natürlich alle Welt wissen, was da klebt und warum. Dabei ist das ursprünglich aus der japanischen Heilkunde stammende Tape, längst nicht mehr nur im Spitzensport, sondern auch in der alltäglichen physiotherapeutischen Praxis angekommen.

Was steckt hinter der Behandlungsmethode?

Vor rund 30 Jahren vom japanischen Chiropraktiker Kenzo Kase entwickelt, werden durch die elastischen Pflaster Verletzungen kuriert, Muskeln gelockert und auch Entzündungen gehemmt. Das Besondere: Die Tapes sind hochelastisch, atmungsaktiv und hautfreundlich. Das Tape dehnt sich wie eine zweite Haut und zieht sich wieder zusammen, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken und wirkt dabei schmerzlindernd und stoffwechselanregend.

Wissenschaftlich sind die Erfolge beim Heilungsprozess durch Kinesiologie Tapes (kurz: Kinesio Tapes) nicht belegt, dennoch vertrauen medizinische Betreuer und Abteilungen von Leistungssportlern quer durch alle Disziplinen auf die wundersamen Tapes.

Heilungserfolg durch elastische Kinesio Tapes

Egal welche Sportart du ausübst, die Vielseitigkeit von Kinesio Tapes eignet sich beim Cross-Training, Bodybuilding, Schwimmen, Boxen, Radsport und auch bei verschiedenen Ballsportarten. Nicht nur bei schon geschehenden Verletzungen werden Kinesio-Tapes („kinesis“ = griechisch für Bewegung) angewendet, sie sind darüber hinaus auch für Therapie- und Präventionszwecke interessant.
Das Tapen an sich ist nicht neu. Die früher verwendeten herkömmlichen Pflaster sind allerdings starr und stabilisieren ein verletztes Gelenk nur passiv. Durch die Entlastung bilden sich nicht beanspruchte Muskeln zurück und müssen nach dem Heilungsprozess wieder aufgebaut werden. Schwerwiegendere Folgen sind Stauungen im venösen Blut- und im Lymphsystem. Aufgrund der elastischen und flexiblen Materialeigenschaften kann dagegen ein Kinesio Tape-Verband den Gelenkbewegungen des menschlichen Körpers ohne Bewegungseinschränkung folgen und ist dennoch äußerst reißfest. Verschiedene Bereiche wie z.B. Kniegelenk, Ellenbogen, Schulter, Nacken, unterer und oberer Rücken, Gelenke, Waden können so behandelt werden.

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Kinesio Tapes sind vielseitig einsetzbar

Leistungs- und Hobbysportler lassen sich zur Trainingsunterstützung oder vor Wettkämpfen vorbeugend tapen, um das Risiko für Verletzungen oder Krämpfe zu vermindern. Wenn du etwa auf einen Marathon hin trainierst, kann mit gezieltem Wadentaping die Krampfneigung herabgesetzt werden. Auch bei wiederkehrenden Alltagsbeschwerden wie Verspannungen, Muskelschmerzen, Muskelkater oder Blutergüssen können Kinesio Tapes dazu beitragen, schnell wieder beschwerdefrei zu werden.

Was ist beim Tapen zu beachten?

Unter Therapeuten gibt es verschiedene Ansichten und Methoden: Einige messen der Farbe des Tapes eine Bedeutung bei – Rosa und Rot etwa stehen für anregend – andere halten sie bezüglich der Wirkung für irrelevant.

Manch einer empfiehlt die Selbstbehandlung, andere raten davon ab. Entscheidend ist nach Ansicht einiger Experten, dass das Taping in ein medizinisches Gesamtkonzept eingebunden ist.
So ist es nicht sinnvoll, sich die Tapes selbst aufzukleben, da die Haut und Muskeln beim Anbringen eine bestimmte Dehnung haben müssen. Wenn du dir selbst die Wade klebst, verdrehst du dich schließlich schon so, dass es nicht gelingt. Auch raten wir davon ab, einen unerfahrenen Partner nach Hilfe zu fragen, da er ebenso wie der Betroffene, weder die exakte Anatomie des Körpers noch die funktionellen Zusammenhänge kennt. Experten und Therapeuten tapen zudem nicht nur dort, wo der Schmerz sitzt, sondern auch an beteiligten, aber entfernten Strukturen – Bei Problemen am Knie vielleicht sogar am Rücken.

Unser Fazit

Wenn du Beschwerden hast, sind Kinesio Tapes eine gute begleitende Therapiemaßnahme. Sie ersetzen aber dennoch nicht den Arztbesuch! Beim Auftreten von bisher unbekannten Schmerzen oder Beschwerden solltest du demnach immer zuerst einen Arzt aufsuchen, der die Ursachen herausfindet und eine entsprechende Behandlung einleitet. Achte auch darauf die Kinesio Tapes nicht dauerhaft zur Prophylaxe anzuwenden. Durch den Dauergebrauch könnten sich nämlich deine Muskeln, Sehnen und Gelenke an die durch die Kinesio Tapes ausgelösten Reize gewöhnen und eine Rückkehr zum natürlichen Bewegungsmuster wird erschwert.

Seid sportlich – bis bald – eure Michaela

Beitrag von CAPITAL SPORTS

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