Ernährungsberatung – was steckt eigentlich dahinter? Beitrag von Sarah Pietzko

Guten Morgen aus Berlin,

in den letzten Jahren hat der Begriff „Ernährungsberatung“ stark an Bedeutung zugenommen. Man liest es immer häufiger in Fitnessstudios, in Arztpraxen oder an sonstigen Orten. Meistens wird es leider nur in Zusammenhang mit „Übergewicht“ oder „Abnehmen“ gebracht – aber das sollte man schnell aus seinem Kopf streichen. Ernährungsberatung bedeutet so viel mehr und sollte als mehr angesehen werden, als nur „Was darf ich? – Was darf ich nicht?“ – „Wie nehme ich am schnellsten ab?“

Es geht darum, sich wieder wohl im eigenen Körper zu fühlen, kein schlechtes Gewissen haben zu müssen, wenn man isst. Wissen, WAS man isst und was es mit dem Körper macht. Es geht vorallem darum, zu verstehen, wie unser Körper funktioniert. Das ist z.B. auch die Grundlage in meinem Coaching, dass der Kunde darum weiß, was mit seinem Körper passiert und wie er tickt. Wenn das begriffen ist, fällt alles andere so viel leichter.

Nun, für wen ist so ein(e) Beratung & Coaching jetzt eigentlich geeignet? Richtig: Für Jeden! Egal ob dick, dünn, groß, klein, gesund oder krank… Für jeden, der bewusster essen möchte, der einen neuen Weg einschlagen will, der sich nicht mehr wohl fühlt – sowohl innerlich als auch äußerlich -, der Hautprobleme hat, der Verdauungsstörungen hat, der Unverträglichkeiten hat, der eine neue Ernährunsgweise (Veggie, Vegan, Paleo etc.) ausprobieren will und und und… Ich will damit nur sagen, dass es völlig egal ist, aus welchem Motiv heraus man eine Ernährungsberatung beginnen möchte. Es ist absolut richtig und keinesfalls etwas, wofür man sich schämen müsste oder was einem unangenehm sein sollte!

Als Basis jeder Ernährungsberatung sollte deshalb immer Eines stehen: Vertrauen!

Ohne Vertrauen funktioniert auf Dauer keine Beziehung jeglicher Art. Der Austausch ist etwas sehr privates und der Berater/ Coach kann sich nur auf seinen Kunden einlassen und auf ihn eingehen, wenn Ehrlichkeit herrscht. Genauso muss der Kunde dem Coach in seiner Arbeit vertrauen, auch wenn ihm anfangs einige Aufgaben ungewohnt sind.

Das Wichtigste ist, meiner Meinung nach, jedoch das Persönliche und die Individualität.

Kein Mensch und kein Körper gleicht dem anderen, jeder hat eine andere Geschichte, einen anderen Stoffwechsel, andere Krankheiten, eigene Ziele und eigene Wünsche. Kein Kunde darf gleich betrachtet und behandelt werden. Das ist ein Punkt, der leider immer häufiger passiert.

Wie läuft denn nun eine reguläre Ernährungsberatung ab? Viele haben Angst vor dem ersten Schritt, weil sie nicht wissen, was auf sie zukommt und womit sie konfrontiert werden.

Daher hier mal eine Möglichkeit, wie eine Beratung ablaufen könnte (von meiner persönlichen Arbeit ausgehend – Abweichungen sind möglich):

  1. Zunächst findet normalerweise ein „Kennenlerngespräch“ statt. Es dient dazu, sich gegenseitig kennenzulernen und eine Vertrauensbasis aufzubauen. Es ist so wichtig, dass sich der Kunde gut aufgehoben und verstanden fühlt. Wünsche und „Wehwehchen“ werden geäußert und der Coach erzählt von seiner Vorgehensweise und wie er arbeitet, denn da gibt es teilweise große Unterschiede. Der Kunde kann sich am Ende des Gesprächs in Ruhe überlegen, ob er weiter mit dem Coach arbeiten möchte. Entschließt er sich schon in der Stunde dazu, so kann direkt weitergearbeitet werden.
  2. Im zweiten Schritt bekommt der Kunde ein Ernährungsprotokoll für eine Woche. Hier muss genau dokumentiert werden, wann, was, wieviel und wo gegessen und getrunken wird. Dieses Protokoll ist wie ein Tagebuch für den Coach und unglaublich wichtig. Hier erkennt er genau, wo das Problem liegt bzw. wo die Ursachen liegen. Basis hierfür ist natürlich wieder die Ehrlichkeit, denn es bringt nichts, wenn eine Tafel Schokolade standardmäßig gegessen wird, aber nicht im Protokoll landet.
  3. Im nächsten Gespräch findet dann eine Analyse statt. Der Coach erklärt dem Kunden genau, was er aus dem Protokoll herauslesen konnte, was gut ist und weniger gut ist, sowie was geändert werden muss. In diesem Zuge wird dem Kunden auch gleichzeitig verständlich gemacht, was genau bei der Nahrungsaufnahme passiert, warum es so wichtig ist, dass wir essen und aber vor allem WAS wir essen.

Für einen messbaren Erfolg werden anschließend noch ein paar Daten festgehalten, sprich Gewicht und die Maße von bestimmten Körperbereichen genommen.

  1. In einem nächsten Treffen bekommt der Kunde dann seinen individuell angefertigten Ernährungsplan. Oftmals gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie dieser aussieht, je nachdem, welche Variante der Kunde gewählt hat. Ein Plan kann für eine bestimmte Wochenanzahl geschrieben sein, in einzelne Wochen oder sogar Tage aufgeteilt und bis zum kleinsten Snack hin festgehalten werden. Je ausführlicher der Plan, desto mehr kostet das natürlich, aber besonders für Menschen, die wenig Erfahrungen mit unterschiedlichen Lebensmitteln und noch kein Bewusstsein für eine ausgewogene Ernährung haben, ist diese Variante empfehlenswert. Der Coach gibt aber meist eine Empfehlung dazu ab und entscheidet gemeinsam mit dem Kunden.

Der Plan wird nun einmal komplett mit dem Kunden durchgegangen, um eventuelle Fragen oder Offenheiten zu klären.

Auf Wunsch bieten viele auch Tipps zu Bewegungsmöglichkeiten/ Trainingseinheiten an, um die Ernährung zu unterstützen.

  1. Der Kunde darf nun endlich loslegen! In 99% der Fälle freuen sich die Personen immer sehr darauf, mit dem Plan zu beginnen und sehen das Ganze als einen „Neuanfang“. Es ist super wichtig, sie dabei in ihrer Selbstwirksamkeitserwartung zu unterstützen und zu motivieren.

Ein guter Coach ist auch in der Zeit nach Ausgabe des Plans immer erreichbar, wenn Fragen oder Probleme auftauchen.

Normalerweise findet nach 4-6 Wochen ein Wiedersehen statt, wo Erfahrungen geteilt werden und einfach erzählt wird, wie es läuft.

  1. Nach einer gewissen Zeit findet dann nochmals ein Termin statt, wo neue Maße genommen werden und Erfolgserlebnisse gefeiert werden. Bei Bedarf kann dann auch eine Erweiterung des Plans stattfinden oder z.B. neue Rezepte herausgegeben werden.

 

Ziel einer Ernährungsberatung sollte niemals nur eine einmalige Phase der Veränderung sein, sondern immer eine langfristige Umstellung. Es ist wichtig, dass dieser neue Lebensabschnitt langsam eingeführt und nicht von heute auf morgen das ganze Leben auf den Kopf gestellt wird.

 

Solltet ihr zu diesem Thema noch Fragen, Wünsche oder Anregungen haben, stehe ich Euch gerne zur Verfügung!

Ihr könnt mir jederzeit eine Mail auf sarah.pietzko@flyingsteps.com schreiben und auch gerne meinem Blog  und meinen Instagrammprofil (zara_pi, bodyandsoulberlin_) folgen. Hier gibt es immer wieder neue Rezepte, Ideen und Inspirationen.

Ich freue mich, von Euch zu hören!

Eure Sarah   

3 comments

  1. Vielen Dank für den tollen Artikel! Ich mache gerade auch eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin. Ich habe schon in meiner Schwangerschaft mich durch meinen Gestationsdiabetes sehr intensiv mit Ernährung beschäftigt und möchte nach der Ausbildung gern etwas in dieser Richtung machen, denn ich habe schnell gemerkt mit „verzichte halt auf Weißmehl“ ist es eben nicht getan. Ich hab das damals als Herausforderung für mich angesehen und möchte später gern anderen bei dieser Herausforderung helfen.

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