Andreas Heumann – gefragter Personaltrainer aus Berlin – reist für sein erstes Buch „Travel Fitness“ um die Welt, die ersten spannenden Eindrücke erzählt uns Andreas schon einmal in einem Interview, was große Lust auf sein Buch weckt..

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Michaela Wirsich von iSpodBerlin im exclusiven Interview mit Personaltrainer Andreas Heumann. Andreas über sein Buch, Functional-Training u.v.m.

iSpodBerlin: Andreas, du bist jetzt auch unter die Buchautoren gegangen, wie und wann bist du auf die Idee gekommen, dein eigenes Buch – Travel Fitness –zu schreiben? 

Andreas Heumann: Die Idee für dieses Buch ist eigentlich als Konsequenz aus meiner Arbeit und meinem Hobby dem Reisen entstanden. Es ging mir in erster Linie darum, ein flexibles und gut nachvollziehbares Trainingssystem für Leute wie mich zu schaffen. Also Leute die einen sportlichen Lebensstil pflegen, sich gesund ernähren und versuchen sich auf die positiven Dinge im Leben zu konzentrieren. Ganz konkret habe ich auch nach etwas gesucht, dass ich meinen Kunden mit auf den Weg geben kann, wenn sie in den Urlaub ab düsen.

Als Personal Trainer ist man ja ständig bemüht, das Beste für seine Schäfchen herauszuholen. Da ist es schon etwas ernüchternd wenn der ein oder andere nach dem Urlaub berichtet, er oder sie hätte zwar 3 Tage versucht dranzubleiben aber ist dann doch nur am Hotel Pool mit Caipi geendet.Deshalb zeigt das Buch nicht nur,  wie man unter den speziellen Umständen einer Reise trotzdem fit und gesund bleibt, es erklärt auch, warum die Abwesenheit von Arbeit und die Herauslösung aus den täglichen Zwängen ganz neue Perspektiven für die Einbindung der körperlichen Aktivität und des gezielten Trainings in den Tagesablauf ermöglicht.Man muss eben wissen, wie es geht. Und das steht da.Damit es nicht langweilig wird, ist das Buch voll mit tollen Bildern und einigen amüsanten Reiseberichten.In die Reihe tatsächlicher Autoren würde ich mich dennoch nicht stellen.

iSpodBerlin: Du bist für deine Recherchen um die Welt gereist, wie lange hast du dir dafür Zeit genommen?

Andreas Heumann: Da ich natürlich nicht hintereinander mehrere Monate weg sein konnte, habe ich meine Reisen über ein ganzes Jahr verteilt. Schließlich will ich ja weiterhin für meine Kunden in Berlin verfügbar sein. Als Trainer trägt man auch eine gewisse Verantwortung.

Davon mal abgesehen, sind die Reisen kein unerheblicher Kostenfaktor. Arbeiten muss ich also zwischendurch auch. Es ist Optimierung in jeder Hinsicht gefragt.

Das führte dazu, dass die Tour im Februar, innerhalb von 3 Wochen, tatsächlich einmal um die Welt ging. Die grobe Route war Berlin -Los Angeles – Hawaii – Australiens Ostküste – Hong Kong – Berlin. Das waren natürlich nur die groben Eckpunkte. Wir haben tatsächlich so viel in den 3 Wochen erlebt, dass es sich anfühlte wie ein ganzer Monat. Übrigens auch ein interessantes Phänomen. Die Zeitwahrnehmung verändert sich mit der Intensität der Erlebnisse. Oder anders gesagt – schöne Momente dehnen sich aus.Dann war ich im Mai in Venezuela, im Juli in Japan und zum Jahresende im Dezember in Thailand. Dazwischen gab es noch ein paar Kurztrips in Europa und das war es auch schon für dieses Jahr.

iSpodBerlin: Warst du alleine unterwegs?

Andreas Heumann: Das war ganz unterschiedlich. In Venezuela hab ich mich z.B. mit einem Freund getroffen. Ein Freund von ihm wiederum war dann unser Kontaktmann und Gastgeber für einige Tage in Caracas, bevor wir alleine losgelassen wurden.Nach Japan bin ich allein gereist, habe mich aber dann in Tokyo für ein paar Tage mit einer Freundin getroffen um danach wieder allein weiterzumachen. In einigen Fällen hatte ich auch jemand für professionelle Fotos dabei und  in Australien und auf Hawaii musste meine Freundin als Fotograf herhalten.

IspodBerlin: Was hast du alles an sportlichem Equipment mitgenommen?  

Andreas Heumann: Es gibt sozusagen ein Standard an Ausrüstung, der immer mit muss. Natürlich alles handgepäcktauglich! Ich reise nämlich nie mit mehr als einem Handgepäck. Da fühlt man sich und ist man auch viel freier. Die meisten Leute schleppen meiner Meinung nach haufenweise unnützes Zeug durch die Gegend, was nicht nur unpraktisch ist, sondern auch riesige Mengen zusätzlichen Treibstoff verbraucht. 

iSpodBerlin: Hast du etwas Außergewöhnliches auf deiner Reise erlebt?

Andreas Heumann: Lustige Frage!

Wenn man den Zustand des Alltagslebens als den gewöhnlichen Zustand definiert, dann würde die Antwort wohl das Interview sprengen.  Wenn man aber davon ausgeht, dass eine Reise konstant neue Erfahrungen liefert und einem Dinge passieren, die man zu Hause nicht erlebt, dann war es nicht außergewöhnlich.Anders gesagt – ich wurde weder vom Blitz getroffen noch vom Affen gebissen. Für mich außergewöhnlich waren eher so Sachen wie die Tatsache, dass wir in 2 Wochen Venezuela nur wahnsinnig tolle Erlebnisse hatten, obwohl wir uns jede Minute im Klaren über die uns umgebenden Umstände waren. Eine fast surreale Erfahrung, wenn man bedenkt, wie oft dort Menschen gewaltvoll sterben. 

iSpodBerlin: In welchen Land musstest du dir tatsächlich etwas Besonderes für dein Workout überlegen?

Andreas Heumann: In keinem. Mit meinem Travel Fitness Trainigssystem ist man für alle gängigen Reisezsenarien gerüstet. 

iSpodBerlin: Was würdest du mir z.B. für Hawaii oder z.B für Sydney empfehlen?

Das ist einfach. Es geht ungefähr so, du analysierst die Umgebungsbedingungen, setzt sie ins Verhältnis zu deinem Equipment und stellst fest, dass du beispielsweise Intervallsprints, diverse Variationen von Liegestützen, Kniebeugen etc. am Strand absolvieren kannst. Wenn du so wie ich damals über einen Geländewagen mit Überrollbügel verfügst, befestigst du dort deinen Suspension Trainer, der zum Standard- Gepäck gehört und hast plötzlich perfekte Trainingsbedingungen.In Sydney wirst du die typischen urbanen Strukturen vorfinden. Z.B. am Hafen neben der Oper. Du kombinierst also dein Sightseeing mit Läufen unterschiedlicher Intensität und trainierst Deine Muskeln an Bänken, Geländern usw…

Im Buch ist das alles detailliert beschrieben. 

iSpodBerlin: Was war dein absoluter Hotspot?

Andreas Heumann: Die Frage lässt sich so einfach nicht beantworten. Einen konkreten Ort würde ich gar nicht festlegen wollen, wenngleich sich einiges schon lokal eingrenzen lässt. Es handelt sich da eher um einen Zustand, in den ich unterwegs oft gerate wenn sich die Zeit wie oben beschrieben, plötzlich dehnt und man einen Moment besonders intensiv wahrnimmt. So etwas hatte ich z.B. beim Joggen um 6:00 Uhr morgens am Hafen in Sydney. Es war fast menschenleer, als ich stehenblieb um mich ein wenig umzusehen. Naja und da standen wir also. Die Sonne, das Opernhaus, die riesige Brücke und ich und fanden uns alle total gut, wie wir da standen.

Ähnlich aber total verschieden ging es mir auf der Insel Cayo de Aqua in Venezuela. Eine winzige Insel mitten im Meer, die aus zwei Teilen besteht. Dazwischen liegt eine schmale Sandbank, die etwa 2 Meter breit ist. Wenn man da steht, hat man wirklich das Gefühl ganz weit weg von allem zu sein. Genau der richtige Ort für eine spontane Session Burpees!

iSpodBerlin: Die Ernährung spielt im Sport natürlich eine große Rolle. Wie schaut deine Ernährung aus? 

Andreas Heuman: Die Ernährung spielt natürlich nicht nur im Sport, sondern für das gesamte Leben eine ausschlaggebende Rolle. Alle Lebensprozesse im Körper hängen davon ab, was wir ihm an Nahrung zuführen.Im Sport ist es eher entscheidend, wie man die Nahrung im Tagesverlauf strukturiert und natürlich kann man durch die Reduktion der aufgenommenen Energie Reaktionen im Körper erzwingen.

Bei mir ist das ganz einfach. Ich esse meist 3 Hauptmahlzeiten und zwischendrin 2 Ergänzungsmahlzeiten für meine Proteinbilanz. Die Basis bilden große Mengen Gemüse sowie Fisch, Fleisch, Eier und Hülsenfrüchte. Außer morgens esse ich eher kohlenhydratreduziert, speziell abends. Ich koche und brate alles selbst. Ich esse keine industriell verarbeiteten Lebensmittel jeglicher Art. Gerade bin ich dabei, meinen Fleischkonsum weiter zu reduzieren, habe aber nicht vor Vegetarier zu werden. Mein Essen kaufe ich im Bioladen.

iSpodBerlin: Wenn ich einen Blick in deinen Kühlschrank werfen könnte, welche Lebensmittel würde ich dort immer anfinden? 

Andreas Heumann: Hhmm.. mein Kühlschrank ist recht klein. Da steht eigentlich nur Quark und Käse. Gemüse kaufe ich immer frisch im Bioladen. Meine aktuellen Favoriten Linsen, Sonnenblumenkerne und Cashewnüsse stehen eher auf dem Kühlschrank. 

iSpodBerlin: Was hältst Du von dem derzeit angesagtesten Trend, dem Functional Training?

Andreas Heumann: Ob Functional Training tatsächlich der aktuellste Trend ist, weiß ich nicht. Stellt sich die Frage, woran man das messen würde. Hier könnte man ebenso Crossfit benennen.

Halten tue ich trotzdem sehr viel davon. Denn durch die Verbreitung einer funktionalen Betrachtungsweise von Bewegungsabläufen und Übungen über die isolierte Betrachtung von einzelnen Muskeln hinaus, kann man teilweise Probleme beheben, Bewegungsabläufe stabilisieren und dadurch Verletzungen im Sport reduzieren, während man die Leistung steigert.Allerdings ist das nichts wirklich Neues. Mein Leichtathletik-Dozent in der Uni hätte wohl einfach nur gelächelt und gesagt, „bei uns nannten wir das früher einfach Stabi“. Im Leistungssport ist es immer schon unumgänglich gewesen, Trainingsformen in dieser Art zu betrachten.Ein positiver Synergieeffekt im aktuellen Functional-Training ist die Verbindung von physiotherapeutischen Betrachtungsweisen mit denen des Krafttrainings. Ich denke, durch diese Kombination wird tatsächlich von Zeit zu Zeit innovative Arbeit geleistet, die dann vielen Sportlern etwas nützt.Ebenso gibt es eine Rückbesinnung auf immer schon dagewesene Trainingsformen, die im neuen Licht betrachtet viel mehr zu bieten haben als man vielleicht dachte. Siehe Kettlebell Training. 

iSpodBerlin: Was meinst du, warum rückt Functional Training gerade jetzt so in den Vordergrund?

Andreas Heumann: Das hat viele Gründe. Heute können sich aufgrund der weltweiten Gleichzeitigkeit im Internet und dem damit veränderten Medienkonsum Informationen ganz anders verbreiten. Trends haben eine andere Dynamik. Etwas substanziell Sinnvolles wie das Functional Training musste also groß rauskommen. Marketingaspekte spielen natürlich auch eine Rolle. Sobald man einem Phänomen, sei es auch noch so schwer abgrenzbar, einen Namen gibt, läuft die Sache.

Außerdem stellt die funktionelle, nicht isolierte Betrachtungsweise ein wichtiges und notwendiges Gegengewicht zur Situation in den Fitnessstudios um die Jahrtausendwende dar, als der Normalverbraucher fast ausschließlich an Maschinen trainiert hat. In Deutschland war die WM 2006 außerdem ein Multiplikator. 

iSpodBerlin: Was sind Deine Hauptbereiche als Personal Trainer?

Andreas Heuman: Ganz so leicht lässt sich das nicht eingrenzen. Menschen, die bei mir trainieren, haben meist ein oder zwei Hauptziele. Ich entscheide dann, auf welchem Weg wir diese erreichen. Das hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Eigentlich wollen fast alle das Gleiche – natürlich individuell abgestuft. Alle streben nach einem niedrigen Körperfettanteil. Zumindest hab ich das Gegenteil noch nicht erlebt. Männer wollen dann mehr oder weniger muskulös sein und Frauen schlank. Das alles in den vielfältigsten Facetten.Man könnte sagen, ich bin darauf spezialisiert, meine Kunden ihr Ziel erreichen zu lassen. Der sportwissenschaftliche und praktische Hintergrund würde den Rahmen hier sprengen. 

IspodBerlin: Wie oft trainierst Du in der Woche und wie sieht dein persönlicher Trainingsplan aus?

Andreas Heumann: Grob beschrieben trainiere ich fast jeden Tag. Je nachdem, in welcher Phase des Trainings ich mich befinde, sind die Schwerpunkte unterschiedlich gesetzt. Es ist eine Mischung aus klassischem und funktionellem Krafttraining, Formen des intensiven Intervalltrainings, Gewichtheberübungen, Lauftraining, Sprinttraining und anderen tollen Sachen. Außerdem integriere ich möglichst viele Aktivitäten in den Alltag, Radfahren und Laufen sind dafür perfekt. 

iSpodBerlin: Was machst du – außer Sport – in deiner Freizeit z.B. zur Entspannung?

Andreas Heumann: Also erst mal bin ich schon sehr entspannt. Das hängt ja auch von der Lebensführung ab. Danach ist mein Training gleichzeitig auch meine Entspannung. Ich mache täglich Mittagschlaf, das wirkt ebenfalls Wunder. Neuerding geh ich auch gern mal einfach spazieren. Das muss wohl am Alter liegen;) 

iSpodBerlin: Wie würdest du dich selbst beschreiben? 

Andreas Heuman: Ich bin ich. Selbstbeschreibungen machen, glaub ich, wenig Sinn weil, man dann ein Bild beschreibt, welches man selber von sich hat oder welches man gerne vermitteln würde.

Das lass ich mein Gegenüber lieber selbst entscheiden, wie er oder sie mich sieht. 

iSpodBerlin: Du wohnst in Prenzlberg, hast du für uns ein paar besondere Ausgehtipps?  

Andreas Heumann: Meine Ausgehzeiten sind, glaub ich, vorbei. Ich treffe mich lieber mit Freunden zum Essen. Am Wochenende geh ich gern ins Dudu, aber das liegt in Mitte. 

Vielen Dank für das nette Interview…

Ich habe zu danken!

Andreas Heumann und sein Personaltraining über YPSC findet ihr natürlich auch unter  www.ispodberlin.de

 

 

 

Ein Gedanke zu “Andreas Heumann – gefragter Personaltrainer aus Berlin – reist für sein erstes Buch „Travel Fitness“ um die Welt, die ersten spannenden Eindrücke erzählt uns Andreas schon einmal in einem Interview, was große Lust auf sein Buch weckt..

  1. Pingback: My Sportblog Berlin mit einer Reihe interessanter Interviews | michaelwiemer

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