Seit 25 Jahren ist er Leichtathletik – Leistungssportler und seit 13 Jahren Leichtathletiktrainer. Daniele Biffi – im Interview

10936724_10205755702681271_649840127_o Berlin, 21-01-2015

Daniele Biffi – ein Italiener in Berlin – ist Personaltrainer und Mentalcoach. Seit 25 Jahren ist er Leichtathletik – Leistungssportler und seit 13 Jahren Leichtathletiktrainer. Er spricht mehrere Sprachen fließend und ist verliebt in Deutschland, warum man ihn auch in Italien „den Deutschen“ nennt. Ich freue mich Daniele persönlich kennenzulernen. Für Michaela Wirsich von iSpodBerlin hat er sich heute Zeit genommen…..

iSpodBerlin: Hallo Daniele, schön, dass du dir heute Zeit genommen hast. Stell dich doch mal selbst vor?

Daniele: Hallo, ich würde sagen, dass ich gefühlsbetont in dem bin, was ich tue. Der Spaß steht dabei für mich an erster Stelle. Dazu kommt: Wenn ich etwas anpacke, dann gebe ich mein Bestes. Deshalb bin ich Personal Trainer und Mental Coach geworden. Mich zeichnet aus, dass ich neugierig bin. Ich suche immer neuen Input, bin ein Energiebündel, diszipliniert und setze auf Pünktlichkeit. So kennen mich meine Athleten und Klienten.

iSpodBerlin: Daniele, seit wann bist du denn schon in Berlin und was hat dich nach Berlin verschlagen?

Daniele: Ich bin in Berlin seit Oktober 2003. Zu dem Zeitpunkt wollte ich einfach weg aus Italien. Mir war es dort zu eng geworden. Eigentlich sollte es Richtung Spanien oder Frankreich gehen, dort hatte ich sogar Arbeitsangebote. Außerdem kann ich beide Sprachen sehr gut. Am Ende hat mich aber die Liebe nach Berlin gebracht.

iSpodBerlin: Was gefällt dir besonders an Berlin?

Daniele: Deutschland habe ich immer geliebt. In Italien werde ich auch deshalb „der Deutsche“ genannt. Berlin ist eine tolle Stadt. Ich war sofort verliebt. Die Struktur ist großartig, die breiten Straßen. Es ist hier so grün. Hier gibt es so viele verschiedene Ecken in denen es immer etwas zu entdecken und zu tun gibt. Berlin lebt, immer. So viele verschiedene Menschen und Kulturen leben zusammen. Berlin hat was, es gibt hier eine schöne positive Energie. Die Stadt hat mich verändert, hier habe ich viel gelernt und erlebt. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich kann überall mit meinem Fahrrad hinfahren, das ist ein Traum für mich. So etwas kann man in Mailand vergessen, wo ich geboren bin.

iSpodBerlin:Wie sieht für dich ein normaler Tag aus?

Daniele: Jeder Tag ist anders. In der Regel stehe ich um 6 Uhr auf. Ich trinke ein Glas warmes Wasser, dann bitteren Kakao mit Soja-Milch. Ich liebe die Stille um diese Uhrzeit zu Hause. Meine Frau und Tochter schlafen noch und ich kann in Ruhe lesen, studieren, trinken und mich auf den Tag vorbereiten. Manchmal habe ich frühe Termine und muss um 6 Uhr oder 6.30 Uhr los. Ansonsten bereite ich alles für meine Tochter vor und bringe Sie zur Schule.
Ich habe die ganze Woche – fast täglich – über zwei bis vier Vorort- und Videotermine. Jeden Tag trainiere ich, meistens mit einem oder mehreren meiner Athleten. Wenn ich Zeit habe, dann schreibe ich Artikel für meine Webseiten, drehe Videos und entwickle mein Projekt. Wenn ich keine weiteren Termine habe, dann bereite ich gegen 17 Uhr das Essen für meine Familie vor. Ich liebe das Kochen und kann auch bescheiden behaupten, dass ich ein guter Koch bin.
iSpodBerlin: Dein Projekt nennt sich Fast and Fit, was steckt genau dahinter? Deine Liebe gehört der Leichtathletik, nimmst du immer noch an Wettkämpfen teil?

Daniele: Fastandfit ist mein Sportprojekt. Darin steckt meine Philosophie vom Sport, speziell der Leichtathletik. „Fast“ ist im Namen drin, weil ich die Schnelligkeit liebe. Und das nicht nur während des Laufens, sondern auch als geistige Einstellung. Dazu kommt „Fit“. Wenn du in Form bist, dann fühlst du dich besser. Sei „Fastandfit“ und du fühlst dich super!
Für mich ist das Leichtathletik-Trainieren eine Mischung aus Wissenschaft und Kunst.
Damit verbinde ich vier Begriffe: Focus, Alignement, Stability, und Timing.
Wenn du schnell sein willst, musst du fokussiert sein, deine Kräfte richtig einteilen. Dein Körper muss gesund sein und du solltest die entsprechende Lauftechnik gelernt haben. Egal ob du Sprinter bist oder ein Marathonläufer, deine Lauftechnik ist entscheidend. Vor 25 Jahren habe ich mit der Leichtathletik angefangen. Da war ich 17 Jahre alt. Seitdem beschäftigen mich mehrere Fragen: Wie kann ich meinen Körper kräftigen, wie funktioniert mein Körper, wie kann ich meine Leistungen verbessern, wie muss ich geistig an einen Lauf herangehen, wie und was muss ich trainieren, um erfolgreich zu sein. Dabei schaue ich noch heute, was die Athleten an der Weltspitze erfolgreich macht. Auch in meiner Laufbahn hatte ich viel Glück und Erfolg. Ich hatte drei Top-Trainer, ich habe Top-Athleten und Top-Coaches kennengelernt, in Italien aber auch in Deutschland. In Italien betreibe ich auch eine bekannte Webseite: http://www.web-atletica.it. Seit 8 Jahren schreibe und veröffentliche ich dort Artikel. Außerdem diskutiere ich täglich in einem Forum über die Leichtathletik und deren Trainingsmethoden. Ich trete immer noch bei Wettkämpfen im deutschen Seniorenbereich an. Mit 34 Jahren bin ich 100 Meter in 10,90 Sekunden gelaufen, die 200 Meter in 22,13 Sekunden und die 400 m in 49,58 Sekunden. Aktuell bin ich schnellster M40-Läufer in Deutschland. Darauf bin ich stolz.

iSpodBerlin: Wie oft trainierst du in deiner Freizeit?

Daniele: Ich trainiere praktisch jeden Tag, manchmal sogar 2 Mal täglich. In diesem Jahr will ich mich in Topform während der Deutschen, der Europäischen und der Weltmeisterschaft zeigen.

iSpodBerlin: Wenn man dich als PT bucht, wie sieht bei dir ein Trainingsplan aus, was ist dir wichtig und auf welche Trainingsarten hast du dich spezialisiert?

Daniele: Bei meinen Sportlern kommt es darauf an, was sie wollen. Haben sie Lust abzunehmen? Wollen sie sich körperlich fitter fühlen? Wollen sie kräftiger werden?
Zuerst analysiere ich deshalb die Fähigkeiten eines Sportlers, dann entwickle ich dazu das passende Training. Jeder Mensch ist anders und jeder hat bestimmte
Möglichkeiten und Ziele, also braucht jeder ein entsprechend eigenes Trainingsprogramm. Wenn ich einen neuen Athleten trainiere, dann suche ich nach seinen körperlichen und mentalen Stärken und Schwächen. Wichtig ist, dass der Athlet physisch stabil ist.
Die ersten drei bis vier Monate ist mein Ziel, seinen Körper und seinen Herzkreislauf zu optimieren. Der Körper soll belastbarer, stärker und gesünder werden. Danach können wir richtig anfangen. Ich konzentriere mich sehr viel auf die Technik. Die ist sehr wichtig, um Leistungen zu optimieren, aber auch als vorsorglicher Schutz für die Gesundheit der Gelenke, der Sehnen und der Muskulatur.
Ich trainiere liebsten in der Natur, im Park, also draußen. Es ist viel gesünder als im Fitness-Studio. Ich arbeite viel mit TRX, das ist auch die Basis für die Leichtathletik. Das heißt, Treppenläufe, Körperübungen im Freien mit dem Medizinball, mit Gummibändern. Ganz ohne Kraftraum geht es allerdings nicht. Im Kraftraum üben die Sportler und ich auch mit Gewichten: Ich liebe Bankdrücken. Von der Zeit her muss das nicht mal lange sein. Ich biete zum Beispiel auch 30 Minuten-Einheiten an. Meine Klienten sind oft überrascht, was man in nur einer halben Stunde trainieren kann. Laufen ist dabei die Basis meines Programmes: Meine Klienten sehen sehr viel Tartan und Straße unten den Füßen.

iSpodBerlin: Erfolg beginnt im Kopf, du bist ja u.a. auch Mentalcoach, wer sind deine Klienten?

Daniele: Genau, „der Sieg beginnt im Kopf“. Deshalb ist mein Ziel als Mental Coach, Sicherheit zu vermitteln. Meine Klienten sollen in der Lage sein, sich selbst oder eine Situation zu verbessern und damit das Beste aus sich oder der Situation herauszuholen.
Ich habe Athleten, aber auch einen Pokerspieler und einen Immobilienmakler in Italien als Mental Coach. Ziel ist, ihnen zu helfen, sich besser
zu konzentrieren. Sie sollen ihre Qualitäten maximal nutzen. Ich will die beste Methode entwickeln, damit sie ihre persönlichen Ziele erreichen können. Training ist daher sehr wichtig, egal ob du Leistungssportler bist oder abnehmen willst. 50% deiner Leistungen hängen von deinem Geist ab. Mental Coaching hilft und funktioniert. Für Sportler ist sehr wichtig, aber auch für Arbeiter, Menschen im Geschäftsbereich oder Hausfrauen: Es hilft eine Struktur im Leben aufzubauen.
Meinen Klienten und Athleten gebe ich oft Tipps, auch wenn wir nur körperliches Training machen und kein Mental Coaching. Ich erkläre die passende mentale Einstellung und versuche, das beste Potenzial aus ihnen herauszukriegen. Man muss so gut wie möglich beides miteinander verbinden. Ein Trainer muss in der Lage sein, seine Athleten richtig zu trainieren, aber auch zu zeigen, wie man sich Mühe geben, kontrollieren und disziplinieren kann.

iSpodBerlin: Die Konkurrenz an Personaltrainern in Berlin ist enorm groß, wie trennt man die Spreu vom Weizen und wie finden deine Klienten dich?

Daniele: Ich bin einfach der Beste. Scherz! Ich arbeite auf einer persönlichen Basis. Ich glaube, dass ich die Gabe habe, andere zu motivieren. Wer schneller werden will, ist bei mir absolut richtig. Außerdem ist ein Personal Trainer schwer zu finden, der gleichzeitig Mental Coach ist. Das gilt für Berlin, ich bin sogar in Deutschland und Italien einer der einzigen. Meine Klienten sind zum Teil durch Empfehlungen bei mir. Anfragen und Interessierte Personen kommen über meine Webseite und manchmal durch Anzeigen.
iSpodBerlin: Nutzt du die komplette Social Media Maschinerie um einen mittlerweile gesunden Marktauftritt zu haben?

Daniele: Die sozialen Medien nutze ich viel: Das sind meine Webseite, Youtube, Facebook und natürlich iSpodBerlin.
iSpodBerlin: Was ist für dich Erfolg und welche Pläne hast du für 2015?

Daniele: Erfolg ist für mich Zufriedenheit. Erfolg ohne Zufriedenheit ist kein Erfolg. Ich will mich weiter entwickeln, viele neue Athleten und Kunden haben. Mein Größtes Ziel ist, Spaß zu haben und, dass meine Athleten und Kunden ihre Ziele erreichen.

iSpodBerlin: Was sind sportlich gesehen die Ziele für dich in den nächsten Monaten und Jahren?

Daniele: Ich will wieder Deutscher Meister werden. Ein Traum ist, meine dritte Goldmedaille zu gewinnen bei den Deutschen Meisterschaften im Winter und im Sommer. Nach einigen Jahre werde ich auch wieder bei den internationalen Meisterschaften antreten. Im März habe ich die EU-Meisterschaften und im August die Weltmeisterschaften in Lyon. Europameister oder sogar Weltmeister zu werden, das
ist mein Ziel. Bis jetzt bin ich 2008 Vize-Welt-Meister über 400 Meter in der Halle geworden.
iSpodBerlin: Wie würden deine Freunde dich beschreiben?

Daniele: Meine Freunde würden wahrscheinlich sagen, dass ich zuverlässig bin, voller Energie stecke, vielleicht sympathisch und pünktlich. Ich habe meinen Athlet und Freund Roland Gröger gefragt, wie er mich einschätzt. Sportlich gesehen haben wir ein Superjahr hinter uns. Er ist fünf Mal Deutscher Meister geworden, hat nach 26 Jahren einen neuen deutschen Rekord über 200 Meter in seiner Altersklasse M50 erreicht. Roland ist Europameister geworden über 100, 200 Meter und er ist der schnellste der Welt über 400 m mit 52,46 Sekunden. Er beschreibt mich so: Daniele ist ein sehr zuverlässiger und zielstrebiger Mann. Er half, mir eigene Werte neu zu definieren und mein eigenes Leistungsvermögen wesentlich besser auszuschöpfen. Er hat eine sehr gesunde Lebensweise, gibt diesbezüglich hilfreiche Hinweise, ohne missionieren zu wollen. Uns eint die gemeinsame Einstellung zur Leichtathletik.

Ich würde sagen, damit hat er Recht.

iSpodBerlin: Was machst du in deiner Freizeit, wenn du mal nicht an Sport denkst?

Daniele: Ich lese viel über Sport, Leichtathletik, Psychologie des Sports, Ernährung aber auch Wissenschaft und Philosophie. Ich liebe Nietzsche, Jiddu Krishnamurti und Tiziano Terzani. Ich spiele sehr gerne mit meiner Tochter und ich koche sehr gerne und sehr gut. 🙂

iSpodBerlin: Hast du einen Lieblingsitaliener?

Daniele: Aber sicher: Il Grande Pietro Mennea. Er hat 17 Jahre lang den Weltrekord über 200 Meter gehalten. Es brauchte erst einen Mega-Athleten wie Michael Johnson, um seinen Rekord zu brechen. Selbst jetzt ist Pietro immer noch der Europa-Rekordhalter über 200 Meter. Damit gilt er seit 36 Jahren als der schnellste weiße Mann mit einer super Zeit von 19,72 Sekunden. Das ist übrigens mein Geburtsjahr. Pietro war mein Idol, als ich ein Kind war. Ich wollte immer schneller sein als er. Er war eine unglaubliche Persönlichkeit und er hatte den Willen, den man braucht, wenn man ganz nach oben will. Natürlich braucht es dafür Talent, aber ohne diesen Willen bleibst du unten. Er hat alles gegeben, unglaublich viel trainiert, mehr als alle anderen Athleten in der Geschichte. Er ist für mich immer noch die Nummer Eins. Das ich Leichtathlet geworden bin, Personal Trainer und Mental Coach, verdanke ich ihm. RIP Pietro!
Danke für das Interview und die Einblicke in dein Projekt, Daniele!

Sein Trainingsangebot – SCHNELLER WERDEN MIT Personal Trainer Daniele Biffi – findet ihr natürlich auf www.ispodberlin.de

6 Kommentare

  1. SEHR interessanter Beitrag! Man lernt eben nie aus. Habe aus diesem Artikel viele neue Anregungen erhalten aber auch alte wieder neu entdeckt. Vielen Dank.
    Würde mich freuen, wenn du (unter Sportlern darf man doch DU sagen!?) dich auch mal auf meiner Seite umsehen würdest. Bin noch sehr neu in diesem Metier, möchte aber auch meine Erfahrungen und Erlebnisse mit anderen teilen.
    Sportliche Grüße
    Robert Breitenbach

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  2. Für Erfurt bin ich noch nicht gerüstet. in 2014 habe ich meinen Trainer dorthin begleitet, der in seiner Altersklasse M70 3. über 400 Meter wurde. Über Hessische Seniorenmeisterschaften bin ich noch nicht hinaus gekommen. Hatte vor, evtl. im nächsten Jahr mal bei den Europameisterschaften zu starten. Denn dafür benötigt man keine Quali. wie für die Deutschen. Ich muss jetzt erst mal wieder richtig fit werden, konnte nämlich seit ca. 6 Wochen nicht richtig trainieren. Nächste Woche soll es wieder los gehen!

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